Die Pille gegen HIV – Fluch oder Segen?

prepMit diesem Thema startete am 08.03.2017 die AG SPDqueer Köln öffentliche Diskussionsrunden in der Kölner Szene. Gegen 19:30eröffnete der Vorsitzende Helge David Gilberg die Veranstaltung vor etwa 30 Gästen im Herzen des sogenannten Bermudadreiecks im Ruhrpott. Auf dem Podium saßen Dr. Christoph Weyn, der mit seiner  informativen Präsentation aus medizinischer Sicht alle Anwesenden auf einen ähnlichen Wissenstand brachte, Tom Dörr als ein Vertreter der Community und Christian Robyns, stellvertretender Vorsitzender der SPQqueer, als Moderator. 

 

Vor etwa 30 Gästen begann die Veranstaltung mit einer Einführung in das Thema aus medizinischer Sicht. Dr. Christoph Wyen erklärte sehr anschaulich um was es eigentlich geht:

Seit dem Herbst 2016 ist in Deutschland ein Medikament namens Truvada© zugelassen, das konsequent angewendet eine hohe Schutzwirkung gegen eine HIV-Infektion bieten kann. Es werden medizinische Studien (iPrEx und Event-Driven iPrEP) vorgestellt und deren statistische Ergebnisse diskutiert, Abkürzungen erklärt und Fragen aufgeworfen. Die  hohen Kosten für das Medikament (etwa 800 Euro pro Monat) machen die PrEP (HIV Präexpositionsprophylaxe) zu einem in den meisten Fällen unbezahlbaren Luxusprodukt. Außerdem macht die Einnahme von Truvada© einen regelmäßigen Checkup beim Arzt notwendig. HIV-Test, Test auf andere sexuell übertragbare Infektionen und nicht zuletzt mögliche Nebenwirkungen des Medikaments selbst stehen auf der langen Liste der regelmäßigen ToDos.

 

Bevor Christian Robyns die Diskussion für alle eröffnet, beleuchtet Tom Dörr das Thema aus gesellschaftlicher Sicht: Erwähnenswert hier, ist die Pflicht des Einzelnen auf sich selbst zu achten und nicht die Verantwortung für die eigene Gesundheit an die medizinischen Fortschritte zu knüpfen.

 

In der folgenden immer freundlichen und sachlichen Diskussion konnten sicherlich nicht alle Fragen beantwortet oder Probleme gelöst werden, PrEP bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema. Auch nach dem eigentlichen Ende der Veranstaltung wurden in ungezwungener Atmosphäre weiter Argumente ausgetauscht. Ein gelungener Abend, der mit viel Information neue Denkanstöße geben konnte.

 

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